Es war an einem Donnerstag im Winter, als ich mit meiner Tochter nach Hause kam. Wir betraten das Haus und die Zwischentür ließ sich nicht öffnen. Für eine Sekunde dachte ich an einen Scherz meines Sohnes. Aber der war bei den Großeltern. Dann ahnte ich, was los war. Ich ging zum Garten und sah schon die kaputte Glastür. Schnell 110 gewählt und das Kind bei den Nachbarn abgegeben. Es sollte nicht sehen, wie es innen aussah. Das Haus habe ich nicht allein betreten. Wir haben nichts, wofür es sich lohnt, eine schwere Verletzung zu riskieren. Deshalb sind die beiden Polizisten in Zivil als Erste rein. Der Schaden war überschaubar. Ein gutes Laptop (das Günstige wurde nicht mitgenommen), ein paar teure Uhren und Schmuck. Deutlich weniger Unordnung als erwartet. Da ist man von den Krimis im TV immer sonst was gewohnt. Geradezu freundlich war es von den Einbrechern, die Festplatte vom Macbook abzuziehen und dazulassen. Am Aufwendigsten ist die Beseitigung des Schadens.

Ein befreundeter Tischler leistet Erste Hilfe. Später muss der gesamte Rahmen ausgetauscht und das Parkett teilweise dafür entfernt werden. Es war schlechtes Timing. Die Alarmanlage sollte in zwei Wochen installiert werden. Einbruchsversuche bei den Nachbarn hatten uns zu diesem Schritt veranlasst. Zu spät für die paar Sachen aber gerade richtig, um die Kinder dann wieder nach dem Einbruch ruhig schlafen zu lassen. Am Unangenehmsten ist das Gefühl, dass jemand da in der eigenen Privatsphäre unterwegs war und die Angst der Kinder nach dem Einbruch. Für sie ist es ein Riss in der heilen Welt. An alleine schlafen war in den ersten Nächten nicht zu denken. Zudem das Gefühl, ausspioniert worden zu sein. Die Einbrecher kamen genau dann, wo ich zu der Zeit immer die Kinder vom Hort abholte. Bill Watterson lässt eine seine Figuren einmal sagen, dass das Haus eines Mannes seine Burg ist, aber nicht seine Festung sein sollte. Wir hatten schon länger das Thema Alarmanlage diskutiert. Am Anfang gibt es die obligatorischen Fehlalarme zur Freude der Nachbarschaft. Dennoch muss ich sagen, hat sich die Anschaffung gelohnt. Wir haben uns für einen Anbieter entschieden, der bereits bei einigen Freunden ein System verbaut hatte.
Das System ist mit einem Wachdienst gekoppelt. Das klingt luxuriös, kostet aber nur rund 20 Euro im Monat (Mir ist klar, dass 20 Euro für einige Leute auch eine Menge Geld sind, aber ich hatte einfach mit deutlich höheren Kosten für diesen Service gerechnet.). Das Gute daran ist, dass diese Ungewissheit wegfällt, ob noch alles okay ist, wenn man nach Hause kommt. Gerade bei längeren Reisen. Maximal können jetzt die Blumen vertrocknet sein. Außerdem hat man zur Not immer eine Anlaufstelle, falls man mal den Schlüssel vergisst.
Uns hatte man übrigens auch was von Einbruchsklassen bei den Fenstern erzählt und all den Krams. Durch unsere Eingangstür kommt man vermutlich auch nur mit einer Panzerfaust. Aber etwas aus Glas kriegt halt jeder auf. Die haben mit einem Brecheisen einfach die ganze Seitentür mit roher Gewalt rausgebrochen. Von daher kann ich nur den Einbau eines Alarmsystems empfehlen. Ein Hund soll auch recht gut funktionieren, hab ich mir sagen lassen. Aber der ist ja meistens mit, wenn man unterwegs ist.
Disclaimer: Ich habe bewusst darauf verzichtet, hier ein System zu empfehlen oder einen Installateur und kriege für den Artikel auch kein Geld von irgendeinem Alarmsystem-Hersteller oder Verhökerer.

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