Ein Typ rollert auf einem Roller mit seinen zwei ebenfalls mit Rollern bewaffneten Kindern zur Schule.
Der Typ bin ich. Gut zwei Jahre, nachdem die Roller für Erwachsene wieder out sind, habe ich einen Roller. Keinen motorisierten, sondern einen Tretroller. Zugegeben, er war ein Geschenk. Nicht selbst gekauft, aber die Schenkende kennt mich ja ziemlich gut. Hatte ich doch schon länger mit dem Gedanken geliebäugelt, mir einen zu kaufen. Nun also heute die erste Probefahrt zur Schule.
Ich ernte jede Menge Blicke. Hauptsächlich irritierte von anderen Erwachsenen. Die sagen so etwas wie, hätte der sich für die Midlife-Crisis nicht einen Porsche kaufen können? Nein, sagt dazu mein Bankkonto. Deshalb sause ich jetzt über den Bürgersteig. Das geht mit einem Porsche auch nicht.

Meine Kinder finden es großartig, dass ihr Papa jetzt einen roller hat wie sie. Mir werden fachmännische Tricks verraten. Endlich kann mal dem Papa was beigebracht werden und nicht andersherum. Die befreundeten Schulkinder werden mit einem lauten „Unser Papa hat einen Roller“ begrüßt.
Auf dem Rückweg spüre ich das Rollern in den Beinen. Es strengt mehr an, als mit dem Rad zu fahren. Der roller soll auch nicht das Rad ersetzen. Mehr das Auto. Wenn ich z. B. nach der Arbeit mal noch nach Kreuzberg reinfahren will. Man ist doch deutlich schneller als zu fuß und ich kann das Teil ohne Aufpreis mit in die S-Bahn nehmen. Zumindest ist das meine Auslegung. Diese sollte ich vielleicht vorher noch einmal überprüfen.
Bis dahin mache ich erst einmal die umliegenden Bürgersteige unsicher. Mein neuer Feind heißt jetzt Kopfsteinpflaster. Die erste Fahrt hab ich immerhin heil überstanden. Es werden weitere folgen.

Allein schon wegen der Blicke.

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