Alltägliches

Zu Gast bei Herrn Raue

Ich war gestern Abend das erste Mal in meinem Leben in einem Restaurant mit zwei Sternen essen. Es war ein besonderer Abend für einen besonderen Anlass.  Es handelte sich um ein Restaurant von Tim Raue. Die Einrichtung ist asiatisch-minimalistisch.  Es sind nur wenige Tische. Die großen Fenster waren aufgrund der Hitze geöffnet und man hatte fast den Eindruck, auf der Straße zu sitzen. So konnte ich dem Treiben auf der Rudi-Dutschke-Straße zusehen. Bei 34 Grad war der Hauptkonsum von uns Wasser. Wir verbrauchten zu zweit drei Flaschen.  Das ist, angesichts der natürlich recht hohen Weinpreise eine günstige Alternative. Trotzdem probierte ich ein Glas von einem eigens für Tim Raue produzierten Rotwein aus der Pfalz. Unterschlagen möchte ich auch nicht den wundervollen Begrüßungscocktail, der eine süße Alternative zum Rieslingsekt meiner Begleitung darstellte.

Wir entschieden uns Beide für die Minimalvariante eines 4-Gänge Menüs. Ich will mich nicht in Einzelheiten zu den jeweiligen Gängen verlieren.  Es gab ein paar wundervolle Überraschungen, die man nicht aus der Karte herauslesen konnte. Jeder Gang ist für sich ein kleines Kunstwerk. Die Bedienung war ausgesprochen freundlich und versiert. So konnte sie auf Nachfrage nicht nur die genaue Herstellung einer vorab gereichten Knabberköstlichkeit sagen, sondern auch gleich, wie sie bei welcher Temperatur im Ofen hergestellt wurde. Das ich in einem Restaurant vorher gefragt werde, ob ich bestimmte Sachen nicht vertrage, würde ich mir auch sehr gern häufiger wünschen.  Angesichts des kleine Raumes war es angenehm ruhig, nicht wie beispielsweise das Borchardt´s von dem ich aus verschiedenen Gründenenttäuscht war. Die Foodblogger werden entsetzt sein, dass ich keinerlei Fotos vom Essen oder der Einrichtung geschossen habe. Ich hätte es als inadäquat empfunden. Alles in allem waren wir sehr zufrieden und sehr satt, […]

Ein kleines Projekt

Ich hatte angekündigt, mal ein wenig näher die Gründe zu beleuchten, warum ich teilweise recht wenig Zeit für das Bloggen habe. Ein Grund ist ohrka.de. Es ist ein kleines Projekt, welches ich zusammen mit Freunden betreibe.

Auf ohrka.de bieten wir kostenlose Hörabenteuer für Kinder an. Jeder kann diese Hörgeschichten nicht nur auf der Seite selbst anhören, sondern auch herunterladen, brennen und an seine Freunde weiter geben, solange man nicht versucht, damit Geld zu verdienen. das tun wir auch nicht. Wir arbeiten ehrenamtlich für ohrka.de und zahlen auch unser Bier oder in meinem Fall meist Cola und Stück Kuchen, wenn wir uns treffen, selbst. Basis von ohrka.de ist der gemeinnützige Verein ohrka. e.V., den wir zu diesem Zweck gründen mussten.

Mittlerweile konnten wir auch einige Prominente davon überzeugen, für unser Projekt tätig zu werden, bei denen ich mich ganz herzlich bedanke. Ein Stück, das Dschungelbuch, mit Anke Engelke als Vorleserin, haben wir auch auf CD gebrannt. diese stellen wir kostenlos Bibliotheken zur Verfügung. Mittlerweile über die Grenzen Deutschlands hinaus.

„Warum macht ihr das?“ werde ich häufiger gefragt. Insbesondere wenn ich erzähle, dass wir nichts an dem Projekt verdienen. Wir haben Ohrka gestartet, weil wir ein solches Angebot im Netz bisher vermisst haben. die Idee ist eigentlich in einer Runde von Kinderladeneltern zuerst diskutiert worden. Weitere Freunde kamen dazu. Uns wurde klar, dass es ein solches Angebot nicht geben wird, wenn wir es nicht selbst machen. Die Öffentlich-Rechtlichen sind in der Misere, dass sie ihre guten Inhalte nicht dauerhaft zur Verfügung stellen können, ohne die Verträge grundlegend zu ändern. Kommerzielle Anbieter können mit dem Kostenlos & Werbefrei-Prinzip nicht viel anfangen. Jeder, der […]

Zeit in Zinnowitz

Das erste Mal war ich kurz nach der Wende in Zinnowitz. Der Ort wirkte noch ein wenig wie in einem Dornröschenschlaf. Unsere Unterkunft war eine Ferienwohnung nahe der Bahngleise, über deren altmodische DDR- Einrichtung wir uns amüsierten. Sie war klein aber das störte uns nicht. Zweisamkeit die gewollt ist, kommt auch auf kleinem Platz liebevoll miteinander aus. Der Strand faszinierte mich. Er war, wenn man einige Schritte Richtung Penemünde ging, von einer unberührt wirkenden Wildheit, die ich bis dahinnicht  von der deutschen Küste  kannte. Er war menschenleer und die gefühlte Weite war grandios.

Der Strand ist immer noch sehr schön, wenn auch kultivierter. Das Baltic Hotel nach wie vor ragt hoch über den Strand wie ein Fels vergangener Zeiten. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben von einer tiefenentspannten jungen Strandkorbverleiherin einen Strandkorb gemietet. Er ist Ausgangsbasis für wilde Fußballmatches kleiner Erdenbürger gegen Große. Aus der Zweisamkeit von damals sind 16 Personen geworden.  Sechs Erwachsene und ein Rudel Kinder. Die kleine Ferienwohnung ist dem Familienzimmer im Casa Familia gewichen. Das Wasser ist eiskalt. Einige Mutige stürzen sich bereits hinein. Ich kann noch warten, auch wenn ich das Gefühl von Salzwasser auf der Haut vermisse. die Füße müssen erst einmal reichen.

Der Ort gibt sich sehr viel Mühe, Kaiserbad zu sein, auch wenn er es nicht sein kann. In schicken Boutiquen wird Markenmode angepriesen. Es finden sich auch Labels aus dem nicht so fernen Berlin. Auf einem großen Platz vor dem denkmalgeschützten und langsam verfallenden Kulturhaus zeigen Künstler, was sie mit dem Material Holz anstellen können. Liebevoll bearbeitet ein älterer Mann den jungen Holzbusen seiner Statue mit einer Feile. Auf dem nahen Markt findet sich zur Freude aller Skurilitätenliebhaber ein Wahrsagerzelt.  Dank Himmelfahrt ist es voll. […]

Der Stern versteht Twitter nicht

Heute auf dem Weg zum Sport fiel mein Blick auf ein neues Plakat des Stern.

Die Kernbotschaft lautet: In einem 140–Zeichen Tweet kann man keine Abenteuer erzählen. Nun kann man über diese Kernbotschaft streiten. Es mag an mir vorbei gegangen sein, dass jemand behauptet        hat, man könne in 140 Zeichen Abenteuer erzählen.

Für mich lautet die aussage des Plakates allerdings: Der Stern hat Twitter und seine Möglichkeiten nicht verstanden. Das ist umso unverständlicher, weil der Stern auf Twitter durchaus recht aktiv ist. Der    Stern verfügt über acht verschiedene Twitter-Kanäle, die unterschiedliche Themen bearbeiten. Auf dem Hauptkanal gibt es die Nachrichten des Tages in 140 Zeichen.

Noch mehr gefällt mir Stern Reise. Deren Profil verspricht: In 140-Zeichen um die Welt. Um die Welt geht, aber Abenteuer geht nicht?

Na gut, wenn ihr meint.

Kreativität

Kreativität

Willkommen

Herzlich Willkommen auf meinem neuen (alten) Blog. Ich habe 2006 auf blog.de mit dem Weltenweiser-Blog begonnen. Leider sind die technischen Möglichkeiten dort sehr eingeschränkt. Es gibt auch keine komfortable Möglichkeit, die alten Beiträge außer in PDF-Form zu retten. Ich werde einen Teil vielleicht hier hinüber retten und in einer eigenen Kategorie anlegen, damit dies nicht allzu viel Verwirrung stiftet. Neue Technik macht noch kein lebendiges Blog. Mir ist aber gerade wichtig, auch mal ein paar neue Sachen auszuprobieren.Wichtig ist mir beispielsweise die bessere Integration meiner Fotos. Ich habe bei blog.de dafür Geld bezahlt, dass das Blog werbefrei blieb. Das soll sich hier zunächst auch nicht ändern.

Warum ist es also so still geworden im alten Blog? Vieles hat sich seit 2006 geändert. Ich kann jetzt sehr viele Gründe dafür anführen, warum ich keine Zeit mehr zum Bloggen gefunden habe. Arbeitstechnische, familiäre und auch rein technische Gründe. Twitter ist so ein technischer Grund. Habe ich einen Teil meiner Arbeitszeit doch mal vor vielen Jahren damit verbracht, Nachrichten auf kurze Zeichenzahl zu trimmen, fiel mir mit twitter ein ideales Spielzeug in die Hände. Ich schreibe oft ausgehend von einem Satz, einem Gedanken. Es fasziniert mich auch, diesen möglichst kurz zu fassen. Was also früher  als Blogpost gestartet ist, hat sich jetzt häufig bei twitter wiedergefunden. Meine Faszination für Bilder hat teilweise Instagram mit seinen Kumpanen befriedigt. Der Drang zu schreiben wurde durch die zeitweilige Betreuung von neun Blogs bei der Arbeit begrenzt. Meine Familie erfordert mehr Zeit als beim Bloganfang was mich freut und es gibt noch eine Reihe weiterer Gründe, die es mir leicht machen würden, mit dem Bloggen aufzuhören.

Aber warum habe ich damals angefangen? Es ist die Lust am Schreiben. Ich habe nie […]