Für viele Menschen ist ein selbstfahrendes Auto auf unseren Straßen noch so weit entfernt, wie ein Flug in den Weltraum. Dabei ist jetzt bereits ein Teil der A9 als Teststrecke für selbstfahrende vom Verkehrsminister auserkoren worden. Die Vorteile offenbaren sich jedem, der sich schon durch quälend zähen Berufsverkehr oder auf einer Autobahn bei Stau und schlechter Sicht in den Urlaub gekämpft hat. Dabei hat zwischen traditionellen Autoherstellern und neuen Playern wie google ein Wettrennen eingesetzt, was dem Ganzen massiv Geschwindigkeit verleiht. Was bedeutet diese Entwicklung eigentlich für Branchen abseits der Autoindustrie? Nehmen wir den zuerst den klassischen Taxifahrer. Man muss sich ernsthaft die Frage stellen, ob dieser Beruf in zehn Jahren noch existiert. Wenn eine Flotte selbstfahrender Autos mich auch an einen gewünschten Ort bringen kann, warum sollte ich das Risiko eines Taxifahrers eingehen. Wer sich wundert, welche Risiken ich meine, kann einen Blick auf die Prüfkriterien des TÜV-Süd für die Verlängerung von Taxischeinen werfen.

Dort werden z. B. aufgeführt:

• Belastbarkeit

• Orientierungsleistung

• Konzentrationsleistung

• Aufmerksamkeitsleistung

• Reaktionsfähigkeit

In welchem der oben genannten Punkte sollte in ausgereiftes autonomes Fahrzeug einem Taxifahrer ernsthaft unterlegen sein? Von der Sehfähigkeit und schweren Krankheiten ganz zu schweigen. Es mag sein, dass einige menschliche Fahrer durch exzellenten Service oder die Steuerung von Oldtimern als kleine Nische wirtschaftlich überleben. Die Masse wohl eher nicht. Gleichzeitig lohnt sich die Frage, inwieweit ein eigenes Auto zumindest dann noch Sinn macht, wenn ich, da die Personalkosten wegfallen, Taxifahrten deutlich billiger anbieten kann. Carsharing-Dienste könnten zudem auf die Gruppe all derer zurückgreifen, die sie bisher mangels eigenen Führerscheins oder verloren gegangen Vertrauens in die eigenen Fahrkünste (z. B. alte […]