Archiv für den Monat: November 2013

Gespräche im Schokoladenladen

Es gibt in der Nähe vom Bundesplatz ein ganz wundervolles Schokoladengeschäft, welches ich sehr gern für kleine Präsente aufsuche. Als ich mich neulich im Laden aufhielt, kam die Sprache auf Halloween. Eine der beiden Verkäuferinnen erzählte von einem Erlebnis, welches ich großartig fand.
Ein kleiner junge betrat it seiner Mutter den Laden, um Süßes sonst gibt es Saures zu fordern. Er hatte, wahrscheinlich mangels anderer Verkleidungsmöglichkeiten, ein Marienkäferkostüm an.
Die Verkäuferin fand ihn allerliebst und meinte freundlich zu ihm: „Du hast aber ein hübsches Marienkäferkostüm an.“

Daraufhin fing der Kleine fast an zu weinen und meinte ganz empört: „Ich bin ein böser Käfer. Mama, sag ihr, dass ich ein böser Käfer bin!“

Bei Bill Gates im Basecamp Berlin

Eine Einladung von Bill Gates schlägt kaum jemand aus. Entsprechend voll ist es bereits, als ich rund eine halbe Stunde vor Einlass-Ende im Basecamp eintreffe.
Als Moderator hat man Cherno Jobatey eingeladen. Der nimmt seinen Job ernst und vermittelt den wartenden Gästen zwischen Bob Marley die Spielregeln für die Begegnung. Keine Fragen zu Microsoft oder Apple. Damit es hinterher nicht zu lähmendem Schweigen bei der Q&A-Runde kommt, wird dann auch schon mal fleißig fragen auf Englisch geübt.
Zwischendurch werden Leute, die das Pech haben, von ihm erkannt zu werden, für ein Statement auf die Bühne gezerrt. Damit gelingt es, die Wartezeit zu überbrücken.

Irgendwann ist er dann da, der lang erwartete Bill Gates. Ihn empfängt ein kräftiger Applaus. Angenehmerweise keiner dieser übertriebenen TV-Quizshow-Sorte. Man hat Bill Gates zwei weitere Personen mit aufs Podium gesetzt. Beide machen an sich einen ausgesprochen interessanten Job. PD Dr.-Ing. habil. Mohit Kumar, Forschungsgruppenleiter am Center for Life Science Automation an der Universität Rostock und Jirka Vierhaus, Unternehmensentwicklung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Einer macht spannende Sachen mit Ohren, der andere unter anderem spannende Sachen mit Social Media-Strategien. Neben Bill Gates sind sie leider eher nur Staffage. In der anschließenden Q & A werden sie zu 99% ignoriert. Lediglich Jirka Vierhaus bekommt eine Frage zum Thema Transparenz gestellt.
Bill Gates ist locker, ein Profi, der glücklicherweise auf einen Moderationsprofi trifft, der interessante Fragen zu stellen weis. Das fängt damit an, wie so ein Essen mit Angela Merkel ist. Was nicht gefragt wird, kann in der Fragesession vom Publikum nachgeholt werden. Natürlich nutzen einige Frager die Möglichkeit, auf ihre eigenen Projekte aufmerksam zu machen, aber insgesamt sind eine ganze Reihe wirklich guter Fragen dabei. Das fängt von einer simplen Frage, wie man am […]

Bill und ich

Ich habe mich nie besonders für Prominente interessiert. Wenn ich mit einer früheren Kollegin auf der Schönhauser Allee unterwegs war, sagte sie mir oft, an wem ich gerade achtlos vorbei gegangen war. Das hing einerseits mit meinem mangelnden Fernsehkonsum zusammen, andererseits mit einem Verzicht auf Zeitschriften, deren Inhalt sich aus dem Privatleben anderer Menschen generiert.
Meine allenfalls rudimentäre Bildung in diesem Bereich verdanke ich der letzten Seite der Tageszeitung. Das mag jetzt überheblicher klingen, als es gemeint ist. Ich kann mich auch für Dinge begeistern, an denen gebildete Mitmenschen ratlos vorbeiziehen. Im Fall von Prominenten mag es auch deshalb so sein, weil das Privatleben mit dem Geleisteten oft nur unzureichend zusammenhängt. Wenn ich überlege, wen ich für seine Leistung bewundere, fallen mir durchaus einige Personen ein. Ein schönes Beispiel ist Kant. So sehr ich seinen Intellekt bewundere, so langweilig und geradezu abschreckend sind die Erkenntnisse, die ich über dessen Privatleben erfahren habe. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich noch nie in einem persönlichen Gespräch mit einem meiner Idole war. Am nächsten dürfte mal eine Lesung mit Tad Williams in der Passionskirche gewesen sein, die dank seiner Entertainment-Künste und großartiger Fragen aus dem Publikum noch wundervoller war, als ich es mir erhofft hatte.
Jemand, den ich ebenfalls für seine Leistung bewundere, ist Bill Gates. Ich habe die oft Schmähkritikhaften Vergleiche zu Steve Jobs nie recht verstanden. Zumal ich eine Weile, wohl zu unrecht, davon ausging, dass Steve Jobs sich nicht besonders für Ärmere eingesetzt hat. Bill Gates ist in weiten Teilen meines Bekanntenkreises immer noch mehr für das Phänomen des Bluescreen als für sein soziales Engagement bekannt. Heute ist Bill Gates in Berlin und ich habe eine Einladung erhalten, dabei zu sein. […]