Archiv für den Monat: Mai 2013

Ungeliebte Urlaubsziele

Neulich verwickelte mich eine Bekannte in ein Gespräch über Urlaub. Sie ist noch recht jung und immer an neuen interessanten Reisezielen interessiert. sie stellte mir die Frage, wohin ich keinesfalls noch einmal verreisen würde. spontan viel mir nur ein, dass ich als Jugendlicher mal drei Wochen mit meinen Eltern in Österreich Urlaub gemacht hatte. die Unterkunft war in einem liebevoll eingerichteten Bauernhof und die Gastgeber unglaublich freundlich. Leider regnete es die gesamten drei Wochen. Ich lernte sämtliche Bergwerke und Heimatmuseen der Umgebung kennen. Danach wollte ich nur noch an Orte reisen, die eine höchst geringe Regenwahrscheinlichkeit aufweisen. Das hielt ich eine ganze Weile durch, bis ich von zwei F’reundinnen zu einem gemeinsamen Trip nach Irland überredet wurde. Ich bekam dort am zweiten Tag einen Sonnenbrand. Auch nach Österreich kehrte ich zurück und verlebte dort viele wundervolle, meist winterliche Stunden.

Es fällt mir auch nach längerem Nachdenken lediglich ein ziel ein, wohin ich nicht mehr zurückkehren wollen würde. Als junger Erwachsener reiste ich mit Freunden nach Spanien in einen kleinen Küstenort mit Namen Lloret de Mar. Die günstige Unterkunft mit charmantem Blick auf einen Schrottplatz und Essen, das gegen die UNO-Menschenrechtskonvention verstieß, war nur das Sahnehäubchen auf einem Urlaub, den man im Idealfall als interessante Erfahrung abbuchen kann. Was mit einem Küstenort passiert, in den im Sommer jedes Jahr zehntausende Jugendliche zum Feiern hereinbrechen, kann sich der geneigte Leser sicher vorstellen. Der Urlaub war aber insofern hilfreich, als er mir zeigte, wie ich in Zukunft nicht meinen Urlaub verbringen wollte. Es folgten stattdessen viele Urlaube zu wirklich großartigen Reisezielen. Die Art des Reisens veränderte sich noch einmal durch die Geburt […]

Zeit in Zinnowitz

Das erste Mal war ich kurz nach der Wende in Zinnowitz. Der Ort wirkte noch ein wenig wie in einem Dornröschenschlaf. Unsere Unterkunft war eine Ferienwohnung nahe der Bahngleise, über deren altmodische DDR- Einrichtung wir uns amüsierten. Sie war klein aber das störte uns nicht. Zweisamkeit die gewollt ist, kommt auch auf kleinem Platz liebevoll miteinander aus. Der Strand faszinierte mich. Er war, wenn man einige Schritte Richtung Penemünde ging, von einer unberührt wirkenden Wildheit, die ich bis dahinnicht  von der deutschen Küste  kannte. Er war menschenleer und die gefühlte Weite war grandios.

Der Strand ist immer noch sehr schön, wenn auch kultivierter. Das Baltic Hotel nach wie vor ragt hoch über den Strand wie ein Fels vergangener Zeiten. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben von einer tiefenentspannten jungen Strandkorbverleiherin einen Strandkorb gemietet. Er ist Ausgangsbasis für wilde Fußballmatches kleiner Erdenbürger gegen Große. Aus der Zweisamkeit von damals sind 16 Personen geworden.  Sechs Erwachsene und ein Rudel Kinder. Die kleine Ferienwohnung ist dem Familienzimmer im Casa Familia gewichen. Das Wasser ist eiskalt. Einige Mutige stürzen sich bereits hinein. Ich kann noch warten, auch wenn ich das Gefühl von Salzwasser auf der Haut vermisse. die Füße müssen erst einmal reichen.

Der Ort gibt sich sehr viel Mühe, Kaiserbad zu sein, auch wenn er es nicht sein kann. In schicken Boutiquen wird Markenmode angepriesen. Es finden sich auch Labels aus dem nicht so fernen Berlin. Auf einem großen Platz vor dem denkmalgeschützten und langsam verfallenden Kulturhaus zeigen Künstler, was sie mit dem Material Holz anstellen können. Liebevoll bearbeitet ein älterer Mann den jungen Holzbusen seiner Statue mit einer Feile. Auf dem nahen Markt findet sich zur Freude aller Skurilitätenliebhaber ein Wahrsagerzelt.  Dank Himmelfahrt ist es voll. […]

Blogparade zur re:publica13

Es gibt die charmante Idee, in drei Bildern die persönlichen Momente der re.publica13 zu schildern.

Unter #rpStory13 kann man sie teilen.

 

Hier sind meine drei Bilder:

Das erste Bild ist für mich ein Highlight, weil ich in der Speakers-Liste direkt hinter meiner deutlich berühmteren Namensvetterin zu finden bin.

Es war nicht mein erster Vortrag, aber bei der re.publica dabei zu sein ist schon etwas Besonderes. Wichtig waren mir auch die Vorträge mit überraschenden Highlights. Von bestrickten Panzern bis zu einer Toprunde des Onlinejournalismus war alles dabei. Letztendlich macht aber für mich das Drumherum die re.publica aus. Vom Sweetup bis zum viel genannten Klassentreffen.

Es hat viel Spaß gemacht und ich danke für die guten Gespräche.